Der Westen sieht im Wahlsieg von Rumen Radew in Bulgarien einen Triumph für Moskau. Doch das stimmt genauso wenig, wie seine Partei Progressives Bulgarien progressiv ist. In Wirklichkeit verspricht er weder geo- noch wirtschaftspolitischen Wandel.
Die UN hat den transatlantischen Sklavenhandel zum schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt. Das sei ein wichtiger Schritt, sagt der Reparationen-Vorkämpfer Kwesi Pratt Jr., aber Gerechtigkeit hieße mehr: eine Neuordnung der Welt.
Niemand sollte erwarten, dass die Gewerkschaften Friedrich Merz zujubeln, wenn er Angriffe auf ihre Errungenschaften als wirtschaftliche Vernunft verkauft. Man muss den Kakao, durch den man gezogen wird, schließlich nicht auch noch trinken.
Der libanesische Marxist Mahdi Amel wurde heute vor 39 Jahren ermordet. Seine Theorie des Kolonialismus als eigenständige Produktionsweise hat verändert, wie wir Klassenkampf und nationale Befreiung verstehen.
Von Labubu über KPop Demon Hunters bis hin zu niedlichen Handy-Games: Einst an Kinder gerichtete Angebote erreichen immer mehr Erwachsene. Besonders Disney hat eine Maschinerie aufgebaut, die Nostalgie systematisch in Profit verwandelt.
Zwei Posts zu Palästina, Presseanfragen von rechts – und Berlin leitet ein Ausbürgerungsverfahren ein. Der Fall Abdallah A. zeigt, wie das reformierte Staatsangehörigkeitsrecht zur Sanktionierung politischer Meinungen eingesetzt werden kann.
Die Islamische Republik hat eine staatsnahe Oligarchie an öffentlichen Gütern bereichert und der Mehrheit Austerität verordnet. Durch den Irankrieg steht jener Teil der Elite, der sein Geld mit Öl verdient, auch innenpolitisch nur noch stärker da.
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Elon Musk mag auf rechtsextremen Abwegen unterwegs sein. Aber das war der Antisemit Henry Ford auch. Und so wie der Fordismus nichtsdestotrotz Epoche gemacht hat, muss man auch die Innovationen des Teslismus ernst nehmen.
Löhne, Kosten, Klima, KI – im Interview erklärt der IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban, welche völlig andere politische Kultur es in Staat und Wirtschaft bräuchte, um mit den sich häufenden Krisen fertig zu werden.
Ökonomische Debatten sind in der Linken zunehmend in den Hintergrund gerückt. Dabei waren sie es, die historisch das Bündnis von Intellektuellen, Aktivisten und Arbeitenden am Leben erhielten.
Sechs Bundeswehr-Fregatten kosten so viel wie Zehntausende Sozialwohnungen. Im Interview fordert Özlem Demirel, dass die Linke solche Zusammenhänge endlich sichtbar macht – und erklärt, warum sie für den stellvertretenden Parteivorsitz kandidiert.
Was passiert, wenn ein Sozialist plötzlich die größte Stadt der USA regiert? Zohran Mamdani konnte seit Beginn seiner Amtszeit einige Erfolge verbuchen. Aber es wurde auch klar, wie viele Kompromisse sozialistische Politik im bürgerlichen Staat verlangt.
Wer nach 1948 in seiner Heimat blieb, gilt in der arabischen Welt heute oft als Verräter – und ist in Israel Bürger zweiter Klasse. Eine Reise zu Palästinensern, die zwischen Repression, Ohnmacht und kleinen Akten des Widerstands leben.
Der Postliberalismus ist im deutschen Mainstream angekommen. An der politischen Orientierungslosigkeit wird das aber nichts ändern. Denn selbst postliberale Vordenker wissen noch nicht so recht, was nach dem Liberalismus kommen soll.
Heute vor 50 Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Der Chronist Rudolf Denner erzählt im Interview, wie er jenseits vom »Lampenladen«-Klischee von den Menschen wahrgenommen wurde und warum die BRD ihn wirklich abreißen ließ.
Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer trifft bei den meisten Ökonomen auf Unverständnis. Das hat nicht nur politische, sondern auch theoretische Gründe – denn der Begriff des Profits wurde systematisch verunklart.
Nicholas Potter warnt in seinem Buch »Die neue autoritäre Linke« vor einer radikalen Linken, die angeblich die Demokratie bedroht. Um diese These zu untermauern, bedient er sich selbst autoritärer Methoden – stichhaltige Beweise liefert er aber keine.
Der Dokumentarfilm »A Single Day« behandelt das Leben dreier US-Soldaten, die sich während des Vietnamkriegs widersetzten, am Massaker von Mỹ Lai teilzunehmen. Er ist eine Lehre für alle Kriege – und alle einfachen Soldaten.
Boykotte gegen Israels akademische Institutionen stehen in der Kritik, die Wissenschaftsfreiheit zu gefährden. Doch die Einwände erweisen sich als schwach und rücken durch die Zerstörung der Bildungsinfrastruktur in Gaza noch weiter in den Hintergrund.